Podo-Orthesiologie
Die Podo-Orthesiologie versucht Schmerzen zu beheben, die durch eine falsche oder veränderte Körperhaltung ausgelöst werden.
Primäre Ursachen sind meist Probleme mit den Füßen, den Knien, dem Rücken, dem Nacken und der Schulter. Auch sekundäre Probleme wie Kopfschmerzen, eingeschlafene Finger und Füße sowie Magen- und Darmstörungen können mithilfe der Podo-Orthesiologie verbessert werden.
Körperhaltung
Wenn Muskeln oder Muskelgruppen in Dysbalance zueinander stehen, gibt es verschiedene Ursachen, wie:
- Falsche Fußstellung
- Falsche Arbeitshaltung
- Beinlängenunterschiede
- Schonhaltung durch angeborene oder erworbene Abweichungen
Die Körperhaltung wird unbewusst verändert, Wirbelsäule und Gelenke werden unterschiedlich belastet. Unerklärbare Schmerzen und andere Störungen im Rücken belasten den Patienten.
Korrektur der statischen Abweichungen
Körperhaltung und Form der Füße haben unmittelbaren Einfluss auf An- und Entspannung der Muskulatur. In der Muskulatur und in den Sehnen befinden sich Nervenzellen, u.a. sogenannte propriozeptive- und Golgi-Nervenzellen. Diese Nervenzellen registrieren jede Druckveränderung der Fußsohle (Fußfehlstand). Das zentrale Nervensystem verarbeitet diese Reize und erzeugt Muskelreaktionen, die sowohl positiv als auch negativ auf die Ganzkörperstatik einwirken können.
Diesen Mechanismus macht sich die Podo-Orthesiologie zunutze, um direkt auf Beschwerden des Bewegungsapparats Einfluss zu nehmen. Gerade bei Fehlstellungen oder muskulären Dysbalancen des Fußes (Beispiel Plattfuß) sind die Auswirkungen auf die Ganzkörperstatik immens. Die Belastung bei Sportlern ist entsprechend noch höher, sodass ihnen ein besonderes Augenmerk gilt.
Die podoorthesiologische Untersuchung beinhaltet:
- Anamnese - Entstehung des Beschwerdebilds
- Untersuchung von Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule, Becken, Beinen und Füßen durch Messung von seitenvergleichenden Punkten
- Dreidimensionale Wirbelsäulenvermessung
- Untersuchung des dynamischen und statischen Fußabdrucks mithilfe einer Biometrieanalyseeinheit
- Untersuchung des statischen Fußabdrucks mithilfe eines Podoskops (Fußspiegel)
Was dann geschieht
Um die primären Ursachen von Beschwerden lokalisieren zu können, wird der Beinlängennnterschied gemessen, die im Normalfall vorhandenen Krümmungen der Wirbelsäule werden analysiert und die Beckendrehung wird beurteilt.
Ein Podoskop (Fußspiegel) macht die Fußsohle sichtbar, damit der Therapeut die Druckpunkte interpretieren kann.
Mit dem Podografen wird ein aktiver Fußabdruck hergestellt. Die verschiedenen Nervenzellen der Fußsohle werden durch Reizungen (Korkunterlagen), die auf spezifische Muskel- oder Sehnenpunkte einwirken, beeinflusst. Dadurch kann die Körperhaltung positiv verändert werden. Für die gewünschte Korrektur werden individuell auf die Füße des Patienten - in Zusammenhang mit der Ganzkörperstatik und der Problematik - abgestimmte Sohlen angefertigt.
Durch die direkte Einflussnahme von außen auf die Statik kann es in der Anfangszeit zu Muskelschmerzen kommen. Sollte der Muskelschmerz nicht nachlassen, ist eine Kontrolluntersuchung notwendig. Grundsätzlich ist eine erste Kontrolluntersuchung nach sechs Wochen, später nach sechs Monaten anzuraten. Diese Kontrolluntersuchungen dienen der Korrektur an den Sohlen.
Wenn eine optimale Statik erreicht ist - bei Schmerzfreiheit oder zumindest erheblicher Schmerzminderung -, entfallen weitere Korrekturen.
Mitunter ist es sinnvoll, besonders hartnäckige Beschwerden oder Schmerzen ergänzend mit anderen Verfahren parallel zu behandeln. Osteopathie, Chiropraktik, Neuraltherapie, Akupunktur oder Ausleitungsverfahren kommen hier u.a. in Betracht.
Wie erreicht man das optimale Resultat?
Die Behandlung ist nur dann erfolgreich, wenn die Sohlen ständig getragen werden, also auch in Haus- oder Sportschuhen. Wichtig ist - auch bei modischem Schuhwerk -, dass der Fuß frei beweglich bleibt. Die Höhe des Hackens sollte vier Zentimeter nicht überschreiten. Ein vorhandenes Fußbett im Schuh ist zu entfernen.
Sobald die Beschwerden nicht mehr auftreten und die Körperhaltung sich optimiert hat, kann der Patient nach Rücksprache mit seinem Therapeuten künftig auf den Gebrauch der Sohle verzichten.